Mischfutterbranche
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VEREINIGUNG SCHWEIZERISCHER FUTTERMITTELFABRIKANTEN
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- Mischfutter bietet viele Vorteile  
- Strukturen
- Wirtschaftliche Bedeutung
- Futtermittelsicherheit - Lebensmittelsicherheit
- Gesetzliche Regelungen
- Futtermittelkontrolle
- Tiermehl
- So wird Mischfutter hergestellt



Mischfutter bietet viele Vorteile


Die Existenz der Bauern in der Schweiz hängt von der tierischen Veredelungsproduktion ab. Über 2/3 der Endproduktion der Landwirtschaft stammen aus der Milch-, Eier- und Fleischproduktion. Als wichtigstes Produktionsmittel nimmt dabei das Mischfutter eine Schlüsselrolle ein. Mischfutter bedeutet angewandte Wissenschaft. Die verfügbare Produktepalette bietet Gewähr, dass die Erkenntnisse aus Forschungsarbeiten auf dem Gebiete der Tierernährung und der Futtermittelkunde, der Tiermedizin sowie der Betriebs- und Marktwirtschaft in die Fütterungspraxis umgesetzt werden. Steigende Kosten, sinkende Produzentenpreise und der Konkurrenzdruck haben zur Folge, dass die Anforderungen an die Herstellung von Mischfutter ständig steigen. Qualität, bedarfsgerechte und angepasste Fütterung, Sicherheit, Gesundheit, tiergerechte Haltung, Ausschöpfung des hohen Leistungsvermögens und Kontrolle sind Vorgaben, um die sich auf bereits hohem Stand befindende Technologie der Mischfutter weiter zu perfektionieren. Die Futteroptimierung und der Zugang der Mischfutterindustrie zu den Rohstoffmärkten im Inland und der Welt ermöglichen die qualitative, hochwertige und preiswerteste Mischung. Voraussetzung ist eine exakte Kontrolle der Einzelkomponenten und ihrer spezifischen Eigenschaften sowie die genauen Kenntnisse über die umweltbedingten, biologischen und hygienischen Belastungen der Rohstoffe. Interne und externe Qualitätsüberwachungen sind erforderlich. Die aussagefähigste Prüfung des Mischfutters findet jedoch am Tier statt.

 


Strukturen

Die für den Futtermittelbereich zuständige Eidg. Forschungsanstalt für Nutztiere und Milchwirtschaft (ALP) hat über 500 Firmen registriert, die sich direkt oder indirekt mit Futtermitteln oder Futterzusatzstoffen beschäftigen. Es dürften aber kaum noch 200 Betriebe sein, die effektiv Mischfutter herstellen und die regionale und überregionale Bedeutung haben. Nach Schätzungen der VSF verfügen 11 Futtermühlen in der Schweiz über eine Jahresproduktion von mehr als 25'000 Tonnen Mischfutter. 30 Firmen sind im Bereich zwischen 10'000 und 25'000 Tonnen anzusiedeln. Etwa 100 Hersteller dürften zwischen 5'000 und 10'000 Tonnen Mischfutter produzieren. Die übrigen Futtermühlen haben weniger als 5'000 Jahreskapazität.
Mit einem Marktanteil von 43.5 % ist das Schweinefutter wichtigster Träger der Mischfutterfabrikation. Mit 32.3 % folgt die Futterproduktion für Grossvieh, während 20.8% des Mischfutters für die Geflügelhaltung verkauft werden. Die restlichen 3.4 % fallen auf diverse Spezialfutter für Pferde, Kaninchen, Schafe, Kleintiere etc.


 

Der Mischfuttermarkt wird von echten Wettbewerbsbedingungen diktiert. Die grossen Umsatzverluste der letzten Jahre haben zu einer Verhärtung der Konkurrenz geführt. Auf der Anbieterseite bestehen Überkapazitäten, sodass Preisabsprachen nicht möglich sind.

 


Wirtschaftliche Bedeutung

Der Futtermittelaufwand beläuft sich für den Bauern in der Schweine- und Geflügelhaltung auf 50 bis 70 % der Gesamtkosten. In der Rinderhaltung kann dieser Wert gegen 40 % laufen.
Die Futtermühlen stellen der Landwirtschaft nicht nur Produktionsmittel zur Verfügung, sondern übernehmen einen Grossteil der inländischen Futtergetreideproduktionen (jährlich zwischen 800'000 und 900'000 Tonnen). Von grosser Bedeutung sind die Recycling-Funktionen der Futtermühlen. Eine ganze Reihe von Nebenprodukten aus der Landwirtschaft und der Lebensmittelindustrie lässt sich einzeln nicht oder nur schlecht verfüttern, aber als Komponenten des Mischfutters sind solche Artikel ideal verwendbar. Es sind dies insbesondere Müllereinebenprodukte, Rapskuchen, Zuckerrübenmelasse, Trockenkartoffeln, Magermilchpulver, Fette und Öle sowie Malzkeime und Trockentreber. Dazu kommen Ölkuchen und Müllereiprodukte, die als Nebenprodukte von im Inland verarbeiteten ausländischen Nahrungsmitteln anfallen. Insgesamt werden so über 200'000 t/Jahr Nebenprodukte von der Mischfutterindustrie einer sinnvollen Verwertung zugeführt.

 

Futtermittelsicherheit - Lebensmittelsicherheit

Wie nie zuvor ist die Frage der Lebensmittelsicherheit in aller Leute Mund. Obschon unsere Nahrungsmittel gesünder sind als je zuvor, obschon heute Krankheiten, die auf schlechte oder verdorbene Nahrungsmittel zurückzuführen sind, kaum noch eine Bedeutung haben, reagiert die Öffentlichkeit sehr sensibel auf Schlagzeilen wie BSE, Dioxin etc.
Oft ist es schwer verständlich, dass der Mensch in vielen Bereichen bereit ist, Risiken einzugehen, die viel grösser sind als Risiken, die auf das Essen zurückzuführen sind. Dieses emotionale Verhalten ist aber eine Tatsache und auch die Mischfutterindustrie muss daher die entsprechenden Konsequenzen ziehen. In den letzten Jahren haben viele Futtermühlen mit grossem Aufwand Qualitätsmanagement-Systeme aufgebaut (ISO 9001 ff, HACCP, Gute Herstellungspraxis etc.), um die noch vorhandenen Gefahren und Risiken weiter zu minimieren. Die der VSF angehörenden Futtermühlen sind heute zu praktisch 100 % nach ISO 9001 zertifiziert.
Um ein gutes Mischfutter herstellen zu können, ist es notwenig:
 

  • Die Ansprüche und Wünsche der Konsumenten zu kennen
  • Die Ansprüche der Tiere zu berücksichtigen
  • Auf die Wünsche des Bauern einzugehen
  • Der Qualität und der Sicherheit der Futtermittelrohstoffe hohe Beachtung zu schenken
  • Die Risiken im Zusammenhang mit den Herstellungsverfahren zu berücksichtigen (Kreuzkontaminationen etc.)
  • Gesetzliche Vorgaben zu beachten und umzusetzen
  • Mit dem Fortschritt und den Entwicklungen im Bereich Tierernährung Schritt zu halten und ihre Auswirkungen auf die tierische Veredelung und Qualität zu beachten.
     

Sichere Futtermittel sind eine wichtige Voraussetzung für sichere und gesunde Nahrungsmittel. Gelebte Qualität bedeutet aber auch Vertrauen: eine unabdingbare Voraussetzung für eine gute Zukunft der Tierproduktion in der Schweiz.

 


Gesetzliche Regelungen

Für die gewerbliche Herstellung von Mischfutter gelten strenge gesetzliche Regelungen. Wer Zusatzstoffe, Vormischungen und Mischfutter herstellen und in Verkehr bringen will, bedarf dazu einer Zulassung. Darüber hinaus bestehen für die eigentliche Herstellung, die Deklaration der Produkte und der Handel mit Ausgangsprodukten und Einzelfuttermittel umfassende Vorschriften.

Die Globalisierung der Lebens- und Futtermittelmärkte hat dazu geführt, dass sowohl das Lebensmittelgesetz, wie auch die Futtermittelgesetzgebung stark an das Recht der EU angepasst wurde.

Siehe auch Futtermittelgesetzgebung


Futtermittelkontrolle

Die Eidg. Forschungsanstalt für Nutztiere und Milchwirtschaft in Posieux (ALP) ist zuständig für die staatliche Futtermittelkontrolle. Die ALP bewilligt auch neue Produkte für die Tierernährung (Einzelfuttermittel und Futterzusätze). Bei der amtlichen Futtermittelkontrolle werden sowohl die Herstellerbetriebe als auch die in Verkehr gebrachten Produkte für die Tierernährung auf Inhaltsstoffe, Zusatzstoffe, unerwünschte Stoffe und Schadstoffe sowie auf korrekte Kennzeichnung geprüft.




Tiermehl


Am 1. Dezember 1990 wurde in der Schweiz ein Verfütterungsverbot für Tiermehle (Fleisch- und Fleischknochenmehl) an Wiederkäuer erlassen. Ab 1996 verstärkte sich der Druck des Marktes derart, dass die Mischfutterindustrie auch bei den übrigen Tierarten praktisch kein Tiermehl mehr einsetzte. Von den durchschnittlichen pro Jahr anfallenden 40'000 Tonnen Tiermehl wurden in den Jahren 1996 bis 2000 noch 2'000 bis 4'000 Tonnen im Inland verwendet (vorwiegend im Pet Food-Sektor), während der Grossteil der Produktion in den Export lief.
Der Bundesrat erliess per 1. Januar 2001 ein generelles Verfütterungsverbot in der Nutztierverfütterung. Tiermehl gilt als möglicher Verursacher der Bovinen Spongiformen Enzephalopathie (BSE) oder Rinderwahnsinn.

 

So wird Mischfutter hergestellt

Ein Rad treibt das nächste an, ein Rädchen greift ins andere: So arbeitet jede Mühle. Im Gegensatz zu den althergebrachten Wassermühlen aber bleibt bei den modernen Grossanlagen ein guter Teil des Ablaufs dem Auge verborgen. Ja, die Steuerungszentrale einer modernen Futtermühle sieht nicht viel anders aus als der Kommandoraum eines SBB-Bahnhofes. Von der Zentrale aus wird das Vermahlen, Verwiegen, Mischen und Verladen des Futters elektronisch gesteuert.
Begleiten wir einen Futtermüller bei seiner täglichen Tätigkeit. Er verarbeitet an die 200 Rohmaterialien zu mehr als 100 Futtersorten. Die wichtigsten Rohmaterialien sind Energieträger (Weizen, Gerste, Mais, Hafer, Kartoffelfocken, Fett, Melasse), pflanzliche Eiweissträger (Sojaschrot, Rapskuchen, Sonnenblumen), Rohfaserträger (Weizenkleie, Zuckerrübenschnitzel, Strohhäcksel, Trester), Mineralstoffe (Kalk, Phosphat, Viehsalz, Spurenelemente) und Vitamine.
Angeliefert werden diese verschiedenen Rohmaterialien mit der Eisenbahn, mit Lastwagen oder mit Traktor und Anhänger. Auf ihre Qualität geprüft und von Fremdkörpern gereinigt, gelangen diese Stoffe in Silos. Dort warten sie auf den Moment, wo sie - ferngesteuert - zu den Schlagmühlen kommen, um vermahlen zu werden. Weitere automatisierte Arbeitsgänge sorgen für die richtige Mischung der einzelnen Komponenten nach Rezeptur: So entsteht ein homogenes Mischfutter, dessen Bestandteile gleichmässig über die ganze Menge verteilt sind.
Das Mischfutter gelangt entweder als Mehl oder zu Würfeln gepresst in die Absackanlage oder in die Lose-Verladestation, wo es zum Versand bereitgemacht wird. Bei jedem Verarbeitungsschritt prüft der Futtermüller, ob alles seine Richtigkeit hat: Gewichte, Temperaturen, Feuchtigkeitsgehalt, Zusammensetzung und - bei den Würfeln - auch Abriebfestigkeit.

 

 
Anlieferung der Rohstoffe mit der Bahn   Aufteilung der Rohstoffe auf die Silozellen mit dem Drehrohrverteiler
 



 



 

 
Dosieranlage für Kleinkomponenten,
z.B. Vitamine und Mineralstoffe
 
  Elektronische Steuerungszentrale einer modernen Futtermühle
 



 





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