Bundesrat Johann Schneider-Ammann hat offenbar grossen Respekt vor einem baldigen Abschluss eines Handelsabkommens der EU mit dem lateinamerikanischen Handelsblock Mercosur. Es ist ihm ein Anliegen, dass die Schweiz nicht ins Hintertreffen gerät, wenn die EU mit dem Mercosur plötzlich handelseinig werden soll.

"Wir gehen durch einen Globalisierungs- und Digitalisierungs-Tsunami. Unsere Wohlstands- und Beschäftigungswelten kommen in Bewegung."  liess Bundesrat JSA in Berlin gegenüber Journalisten verlauten. Der Wirtschaftsminister will deshalb alles unternehmen, dass die Schweiz in diesem Wirbelwind der sich neu definierenden Handelsbeziehungen obenauf bleibt.

Diese Woche lud Bundesrat Johann Schneider-Ammann zu einem „Mercosur-Agrar-Gipfel“ ein. An diesem will er gemäss Schweizer Bauernverband auch die Anfang November vorgestellte Gesamtschau zur Weiterentwicklung der Agrarpolitik diskutieren.

In seiner Pressemitteilung vom 24. Januar 2017 distanziert sich der Bauernverband von diesem Anlass und nimmt nicht teil. Dies, weil die Gesamtschau für ihn keine Grundlage für eine zukunftsfähige Landwirtschaft sei und der Bundesrat die angebotene Aussprache verweigert habe.

Der SBV schreibt, dass er dem Bundesrat das Gespräch nicht verweigere und nicht grundsätzlich gegen den Abschluss von neuen bilateralen Abkommen sei. Der Verband habe den Bundesrat in zwei Briefen um eine Aussprache gebeten, als Antwort sei eine "rüde Absage" des Generalsekretärs gekommen. Nachdem der Bundesrat Ende vergangenen Jahres die Gesamtschau präsentiert hatte, schrieb der SBV in einer Medienmitteilung, der Bundesrat könne diese schreddern, was auf wenig Verständis bei Schneider-Ammann gestossen war.

Medienmitteilung SBV