Proteinversorgung in der EU, Statistical Appendix, Oktober 2009
Die starke Zunahme des Anbaus von gentechnisch veränderten Pflanzen könnte die europäische Tierproduktion sehr rasch in eine grössere Krise stürzen. Der Grund liegt darin, dass weiter einige profilierungssüchtige EU – Politiker (inkl. Staatsmänner) an der weltfremden Nulltoleranz für in der EU nicht bewilligten GVO festhalten. Seit vielen Monaten wird nach einer Lösung gesucht. Unzählige Sitzungen, Verhandlungen und Gespräche haben stattgefunden. Eine Übersicht über all die Studien, Arbeitspapiere und Dokumente zur Thematik ist fast schon nicht mehr möglich.
Die VSF – Mitglieder verwenden für die Nutztierfütterung weiterhin ausschliesslich GVO – freie Futtermittelrohstoffe. Die Schweiz ist damit das einzige Land in Europa mit einer GVO – freien Fütterung mit der Konsequenz, dass die inländische Tierproduktion massiv verteuert wird, denn für GVO – freie Futtermittelrohstoffe betragen die Mehrkosten ca. + Fr. 5.–/100 kg (inkl. Kosten für Kontrollen, Laboranalysen, etc.). Im Jahre 2008 wurden 350'000 t Proteinträger (Sojaschrot und Maiskleber) eingeführt. Die GVO – Freiheit kostet die schweizerische Tierproduktion somit gegen 20 Mio. Franken, die vom Markt nicht abgegolten werden. In der Öffentlichkeit wenig bekannt ist die Tatsache, dass ein Grossteil der importierten tierische Lebensmittel (Milchprodukte, Fleisch, Eier) von Tieren stammt, die im Ausland GVO – Futtermittel gefressen haben. Diese Wettbewerbsverzerrung müsste von der Landwirtschaft stärker thematisiert werden.