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Nulltoleranzregelung für nicht bewilligte GV-Pflanzen in der EU

„The Swiss solution“, CEN- and ENEA Workshop, Brussels, March 18 – 19 2010
In der EU gilt die Nulltoleranz – Regelung für in der EU nicht bewilligte GVO. Dies führte dazu, dass Maiskleber – Importe aus den USA nicht mehr möglich sind. Neue GV – Sojabohnen – Sorten könnten die europäische Tierproduktion in eine sehr kritische Situation führen. Seit Jahren verlangen Organisationen aus der Landwirtschaft und die FEFAC Toleranzen für nicht in der EU bewilligte GV – Futtermittel. An einem CEN-/ENEA – Workshop konnte die VSF die „Schweizer Lösung“ präsentieren.

Mischfutterbranche im Spannungsfeld von GVO – Entwicklungen

Proteinversorgung in der EU, Statistical Appendix, Oktober 2009
Die starke Zunahme des Anbaus von gentechnisch veränderten Pflanzen könnte die europäische Tierproduktion sehr rasch in eine grössere Krise stürzen. Der Grund liegt darin, dass weiter einige profilierungssüchtige EU – Politiker (inkl. Staatsmänner) an der weltfremden Nulltoleranz für in der EU nicht bewilligten GVO festhalten. Seit vielen Monaten wird nach einer Lösung gesucht. Unzählige Sitzungen, Verhandlungen und Gespräche haben stattgefunden. Eine Übersicht über all die Studien, Arbeitspapiere und Dokumente zur Thematik ist fast schon nicht mehr möglich.

Die VSF – Mitglieder verwenden für die Nutztierfütterung weiterhin ausschliesslich GVO – freie Futtermittelrohstoffe. Die Schweiz ist damit das einzige Land in Europa mit einer GVO – freien Fütterung mit der Konsequenz, dass die inländische Tierproduktion massiv verteuert wird, denn für GVO – freie Futtermittelrohstoffe betragen die Mehrkosten ca. + Fr. 5.–/100 kg (inkl. Kosten für Kontrollen, Laboranalysen, etc.). Im Jahre 2008 wurden 350'000 t Proteinträger (Sojaschrot und Maiskleber) eingeführt. Die GVO – Freiheit kostet die schweizerische Tierproduktion somit gegen 20 Mio. Franken, die vom Markt nicht abgegolten werden. In der Öffentlichkeit wenig bekannt ist die Tatsache, dass ein Grossteil der importierten tierische Lebensmittel (Milchprodukte, Fleisch, Eier) von Tieren stammt, die im Ausland GVO – Futtermittel gefressen haben. Diese Wettbewerbsverzerrung müsste von der Landwirtschaft stärker thematisiert werden.

The global pipeline of new GM crops (engl.)

Implications of asynchronous approval for international trade, 2009 (engl.)
Zwei Institutionen der EU – Kommission, nämlich das Joint Research Center (SRC) sowie Institute for Prospective Technological Studies (IPTS), haben versucht, eine Analyse der Gentechnologie bezüglich Pflanzenproduktion der nächsten Jahre zu erstellen. In den kommenden Jahren werden unzählige GV – Pflanzen und GV – Futtermittel auf die globalisierten Agrarmärkte drängen. Die Auswirkungen auf die europäischen Futtermittelmärkte und auf die europäische Tierproduktion könnten verheerend sein, falls es nicht gelingt, eine Lösung für die in der EU nicht bewilligten GVO (asynchronous GVO) zu finden.

Verlängerung des GVO – Moratoriums in der Landwirtschaft, Gentechnikgesetz

VSF – Eingabe vom 2. Februar 2009
Der Bundesrat beabsichtigt, das in der Bundesverfassung verankerte vorübergehende Verbot des Inverkehrbringens von gentechnisch veränderten Pflanzen um drei Jahre bis zum 27. November 2013 zu verlängern. Die Vernehmlassungsfrist ist am 13. Februar 2009 abgelaufen. Das Departement von Bundesrat M. Leuenberger wird nun eine Botschaft ausarbeiten, denn die Verlängerung des GVO – Moratoriums soll im Rahmen einer Revision des Gentechnikgesetzes (GTG) erfolgen. Das Eidgenössische Parlament wird somit letztlich entscheiden.

Die VSF spricht sich gegen eine Verlängerung des GVO – Moratoriums aus, denn dieses verstärkt den Mythos der GVO-freien Schweiz. In der Nahrungsmittelkette hat die Gentechnologie auch die Schweiz längst erreicht.

Gentechnisch veränderte Mais- und Sojaprodukte in der CH-Mischfutterproduktion

Anfrage Konsumentenschutz, 3. Mai 2006
In einem Schreiben der Stiftung für Konsumentenschutz wird die Frage aufgeworfen, ob in der Schweiz gentechnisch veränderte Futtermittel verwendet werden. In der VSF-Antwort vom 3. Mai 2006 wird auf den ganzen Themenkreis eingegangen. Thematisiert wird auch der Import von Milch, Fleisch und Eiern. Diese Produkte stammen grossmehrheitlich von Tieren, die im Ausland mit GV-Futtermitteln gefüttert worden sind.

Brancheninfo

Mischfutterproduktion 2011

FEFAC